Um Sizilien zu verstehen, muss man seine Geschichte kennen, dann kann man erahnen, was die Sizilianer, von den restlichen Italienern unterscheidet, denn eins ist sicher: Sizilien ist zwar offiziell ein Teil Italiens, aber wirklich italienisch ist es nicht. Sizilien ist durch seine Position im Zentrum des Mittelmeers eine vielumkämpfte Insel. Eine Eroberungswelle folgte auf die andere und der Mix an unterschedlichen Herrschern ist auch heute noch gut sichtbar.
Sizilien ist geprägt worden von sich einander abwechselnden Invasionswellen, die Bewohner der Insel waren ständig wechselnden Machthabern unterworfen, die geopolitische Lage in Mitten des Mittelmeers war einfach zu attraktiv. Erst kamen die Griechen und die Phönizier, die hier ihr Schlachtfeld fanden, dann folgten die Römer, welche die Insel als Kornkammer Roms benutzten, und dazu die großen Waldbestände rodeten. Der durch die Völkerwanderung verursachte Sturz des römischen Reiches brachte auch auf Sizilien einen Machtwechsel, es kamen die Vandalen, gefolgt von den Goten (ja auch die Germanen waren auf Sizilien), diese wurden dann von dem byzantinischen Reich abgelöst, in einer Schwächephase von Byzanz eroberten die Araber Sizilien und diese wurden dann von den Normannen vertrieben, welche das Königreich beider Sizilien gründeten (wer sich jetzt fragt was dann das andere Sizilien gewesen sein soll, dem sei gesagt, dass es sich hierbei um die Region Süditaliens bis Neapel hoch handelte) durch das Abbrechen der normannischen Königslinie, kam ein deutscher Kaiser auf den Plan, bzw. auf den Thron Siziliens und der deutsche König und Kaiser des heiligen römischen Reiches, Friedrich der Zweite, wurde König von Sizilien und regierte eine Zeit lang von hier aus sein riesiges Reich. Auch heute noch liegt er in der Kathedrale von Palermo in einem Sarkophag. Nach dem Tod Friedrichs forderten die Streitigkeiten zwischen Papsttum und Kaiser Tribut und Sizilien fiel an den päpstlichen Verbündeten Frankreich, die französische Herrschaft auf Sizilien währte nicht lange und nach einem sizilianischen Aufstand, der Sizilianischen Vesper, wurde die Herrschaft gebrochen und es kamen die Spanier auf den Plan, die sich über 300 Jahre auf Sizilien hielten, mit kurzen Unterbrechungen. Ganz zum Schluss kamen dann die Italiener. Sizilien wurde von Garibaldi und seiner Schar der 1000 befreit (jeder der schon in Italien war, wird mindestens durch eine Via Garibaldi gegangen sein.) Für viele Sizilianer waren die Italiener nur die nächsten Besatzer. Bei diesen immer wechselnden Besatzern kann man verstehen, dass die Sizilianer einen gewissen Fatalismus entwickelt haben und auch nicht besonders viel Liebe für Vorschriften und Gesetze entwickelt haben, hier gibt es kein Gesetz, dass nicht irgendwie umgangen werden kann: Steuern werden nur ungern bezahlt, die Schwarzarbeit blüht und die meisten Motorradfahrer sausen ohne Helme über die Strassen. wilde Müllhalden zieren die Landstrassen. Nein, Gesetze und Regeln sind nicht so gern gesehen auf Sizilien.